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 "Wenn der Herzschlag eines Menschen so regelmäßig ist, wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach ist, wird des Patient in vier Tagen sterben."     -Wang Shu-he, chinesischer Arzt, 300 n.Chr.

 

Die Herzfrequenzvariabilität/Herzratenvariabilität (HRV) ist ein Paradebeispiel dafür, dass alte Medizingelehrte schon vor langer Zeit Phänomene beschrieben, die heute mit modernen Messmethoden erfasst werden können. Die chinesische Pulsdiagnose geht - wie auch die Pulsdiagnose im Ayurveda - wahrscheinlich zum großen Teil auf die Erfassung der Unregelmäßigkeit des Herzschlags zurück. Was Wang Shu-he so bildhaft beschrieb, ist heute gut belegt: Ein metronomartig "starrer" Puls ist ein sicheres Zeichen für eine verloren gegangene Regulationsfähigkeit des vegetativen Nervensystems und mit einem deutlich erhöhten Risiko für Erkrankungen (vor allem des Herz-Kreislauf-Systems) verbunden.

Der starre Puls ist auch ein guter Indikator für lange andauernden negativen Stress, sei es durch starke körperliche und psychische Belastungen oder durch eine schwere Grunderkrankung.

Ein regulationsfähiges Vegetativum zeichnet sich durch eine hohe Herzfrequenzvariabilität aus, was bedeutet, dass der Puls rhythmischen Schwankungen unterworfen ist. Sie haben bestimmt schon einmal bemerkt, dass Ihr Herz beim Einatmen etwas schneller schlägt, beim Ausatmen langsamer wird. Das ist die sogenannte "respiratorische Sinusarrhythmie" und sie wird durch verschiedene Anteile des Vegetativums verursacht.

 

Zwei anschauliche Beispiele für Messungen eines 1 minute deep breathing Tests (Quelle: www.biosign.de):

gute vegetative Regulation des Herzschlags bei einem gesunden Menschen. Die große Amplitude und der rasche Abfall der Frequenz im Atemrhythmus sowie die niedrige durchschnittliche Herzfrequenz sind Ausdruck einer leistungsfähigen parasympathischen Regulationsreserve.

Herzfrequenzkurve eines Menschen mit hohem chronischem Stress. Trotz tiefen Atmens fehlt die respiratorische Sinus-arrhythmie und die durchschnittliche Herzfrequenz ist relativ hoch: der parasympathische Einfluss auf das Herz ist kaum mehr meßbar.

Die Diagnostik der vegetativen Regulationsfähigkeit via HRV sowie das HRV-Biofeedbacktraining ist insbesondere sinnvoll im Zusammenhang mit:

 

- Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck

- chronischer Stressbelastung (psychosozial und/oder körperlich bedingt)

- neurovegetativen Störungen, z.B. Schlafstörungen, Ängsten

- intensivem Breitensport und Leistungssport

 

Bei komplexeren Fragen und zur extensiven Betrachtung der Einflüsse von Lebensstil, Erkrankungen oder Training auf die vegetative Gesundheit biete ich eine 24-Stunden HRV-Messung an. Hierfür verwende ich den tragbaren EKG-Recorder Bittium Faros 180°. Die Auswertung erfolgt anhand der Auswertung der Daten in Gesamtschau mit dem vom Patienten zu führenden Tagesprotokoll.


aequilibrium Naturheilpraxis und Yoga

Simone M. Grözinger

Heilpraktikerin

Yogalehrerin BDY / EYU

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