schmerz


Chronischer Schmerz ist ein komplexes Phänomen, das den gesamten Menschen mit allen Aspekten betrifft, und zudem eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.

Während der akute Schmerz in der Regel eine Warnfunktion besitzt, ist das beim chronifizierten Schmerz nicht mehr so. Jedenfalls nicht direkt. Die Mechanismen der Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung sind außerordentlich komplex und zum großen Teil noch nicht verstanden.

Eins jedoch steht fest:

Die Intensität des Schmerzes läßt nicht auf das Ausmaß der Schädigung (oder auf das Vorhandensein einer Schädigung an sich!) an der Stelle, die weh tut, schließen - weder im akuten, noch im chronischen Fall.

 

Ein sehr anschauliches Video hierzu von Prof. Lorimer Moseley, einem der führenden Schmerzexperten der Welt HIER

 

Spätenstens mit dem Bekanntwerden der Opioid-Krise in Nordamerika wurde klar, wie viel Handlungsbedarf in diesem Bereich besteht - auf der ganzen Welt!

 

Meine Herangehensweise an chronischen Schmerz orientiert sich am BPSS Modell, dem Bio-Psycho-Sozial-Spirituellen Modell, welches für mich eines der zeitgemäßesten Modelle in der integrativen Medizin ist. Es macht möglich, den Patienten oder Klienten in seiner Gesamtheit zu sehen, keinen Aspekt zu vernachlässigen oder die Beschwerden auf einen Aspekt zu reduzieren. Die vier Aspekte sind:

 

Bio:  was ist auf der Körperebene, in der Physiologie los? Gibt es genetische Einflüsse? Verletzungen? Operationen? Entzündungen? Auch Faktoren wie Medikation, Ernährung, Konsumverhalten, Körpergewicht, Schlaf- und Bewegungsverhalten spielen hier eine Rolle. Die "schulmedizinische" Diagnose findet oftmals hier ihren Platz.

 

Psycho: hier hinein fallen individuelle Bewältigungsstrategien, der momentane und grundlegende psychische Zustand und das Stress-Erleben hinein. Auch psychiatrische Grund- oder Begleiterkrankungen und traumatische Erlebnisse sind hier von großer Bedeutung.

 

Sozial: wie sieht das soziale Umfeld aus? Lebt der Patient/Klient alleine, in einer kleinen oder großen Familie, in einer Einrichtung? Erfährt er/sie wohlwollende Unterstützung? Wie ist die finanzielle Situation und Sicherheit? Wie sieht es mit Bildung und Beruf aus?

 

Spirituell: wie sieht sich der Patient im ganz großen Zusammenhang? Ist ggf. eine Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft vorhanden, die Halt gibt? Ist eine Art "Bestimmung" oder Lebenssinn vorhanden?

 

Nach diesem Modell richtet sich auch die Therapie, die aus Elementen der modernen Yogatherapie, myofaszialen "hands-on" Techniken wie der Triggerpunkt-Akupunktur und ergänzenden regulativen Verfahren wie Schröpfen, Massage oder auch HRV Biofeedback bestehen kann. Da bei chronischen Schmerzsyndromen auch oftmals der Darm eine maßgebliche Rolle spielt, kann auch die mikrobiologische Therapie sinnvoll sein.

 

Natürlich ist es nicht immer möglich, alles "aus einer Hand" abzudecken, daher habe ich ein Netzwerk an Ärzten und Therapeuten, die bei Bedarf mit eingebunden werden können.